Kälteschutz Wandern

Gerade beim Wandern ist es wichtig auf den richtigen Kälteschutz zu achten. Wir zeigen euch wie ihr ihn betreibt und worauf zu achten ist. Einmal abgekühlt kann es gerade bei kalten Temperaturen extrem schwierig bis unmöglich werden bis einem wieder warm ist, um das zu vermeiden haben wir hier alle wichtigen Punkte für euch zusammengefasst.

Kälteschutz beim Wandern

Unter Kälteschutz beim Wandern stellen wir euch die wichtigsten Punkte vor, die ihr beachten solltet, damit es eine Freizeitbeschäftigung wird die Spaß macht und ihr nicht von unangenehmen Situationen überrascht werdet. Wir starten mit allgemeinen Hinweisen, arbeiten uns dann über das Schlafen im Kalten und Gefahren vor und schließen mit ein paar hilfreichen Tipps zum Thema Kälteschutz beim Wandern.

Kälteschutz Allgemein

Unter Kälteschutz allgemein zeigen wir euch die wichtigsten allgemein gültigen Punkte auf, die ihr beim Wandern im Kalten beachten und beherzigen solltet. Auch wenn ihr in den Wetterbericht schaut und euch jetzt denkt, so schlimm wird es schon nicht. Seid lieber vorbereitet. So könnt ihr euch danach freuen, wenn keine der möglichen Gefahren eingetreten sind.

Schutz vor Feuchtigkeit

Damit die Isolierung eurer Kleidung optimal funktioniert muss sie unbedingt so trocken wie möglich sein. Externe Einflüsse könnt ihr dabei ganz einfach vermeiden, indem ihr eine dichte Regenjacke dabei habt. Es kann aber auch passieren, dass ihr beim Wandern ins Schwitzen kommt. Wenn das passiert, solltet ihr die feuchte Kleidung unbedingt gegen trockene austauschen. Erst recht, wenn ihr zeitnah in den Schlafsack kriechen wollt.

Schutz vor Wind

Wind kann euch ungemein schnell auskühlen. Ihr solltet euch daher unbedingt vor Wind schützen. Das könnt ihr beim Wandern mit winddichter Kleidung recht einfach erreichen. Ihr solltet aber auch abends darauf achten euch gegen Wind zu schützen. Hilfreich können sein:

  • Zelt
  • Mauer
  • Schneehöhle
  • Plane

Wichtig ist nur, dass ihr dem wind nicht ungeschützt ausgesetzt seid. Denn -10 Grad fühlen sich bei entsprechendem Wind schnell wesentlich kälter an und kühlen euch so auch entsprechend schneller aus.

Schutz vor Erschöpfung

Achtet darauf euch nicht zu übernehmen. Umso erschöpfter ihr werdet umso schneller kühlt euer Körper aus. Diese Erschöpfung in Kombination mit kalten Temperaturen ist schon so manchem Wanderer zum Verhängnis geworden. Plant also entsprechende Pausen ein und versucht nie bis zur Erschöpfung weiter zu wandern. Lieber sitzt ihr etwas früher im Zelt und tankt neue Kraft als eine Unterkühlung zu riskieren.

Es muss dabei auch nicht immer nur die Kälte an einem Unglück schuld sein. Wenn ihr erschöpft seid, lässt auch eure Konzentration nach. So kann ein Schritt schnell daneben gehen und zu einem Sturz führen. Wenn daraus dann auch noch eine Verletzung folgt, ist das Pech perfekt. Denkt immer daran, Ankommen ist das Ziel, nicht wie schnell ihr ankommt. Wenn es gar nicht mehr geht seit auch nicht zu eitel die Tour frühzeitig zu beenden, in jedem Fall habt ihr eine Erfahrung gemacht und wisst beim nächsten Versuch besser was euch erwartet.

Rettungsdecke

Es ist erstaunlich, wie oft sie vergessen wird. Eine Rettungsdecke, wie diese hier auf Amazon*, wiegt nur ein paar Gramm, kann euch aber im Ernstfall das Leben retten. Sie kann euch nicht nur dabei helfen warm zu bleiben, sie hilft euch im Ernstfall auch in den Bergen z.B. von einem Rettungshubschrauber besser gesehen zu werden. Wie Rettungsdecken funktionieren und wie sie richtig eingesetzt werden könnt ihr hier nachlesen.

Verhaltensregeln

Gerade beim Wandern in kalten Temperaturen gibt es ein paar Verhaltensregeln die ihr zu Gunsten eurer Sicherheit beachten solltet. Wir haben die wichtigsten für euch zusammengestellt.

Schutz vor Hunger und Durst

Ihr solltet unbedingt zu jeder Zeit darauf achten, dass ihr genug esst und trinkt. Gerade bei kalten Temperaturen wird das Trinken ganz gerne einmal vernachlässigt. Wenn ihr keinen Durst verspürt, könnt ihr überlegen euch Liter Vorgaben zu setzen die ihr in einer gewissen Zeit erreichen müsst. So stellt ihr sicher, dass euer Körper bestens versorgt ist. Der Schutz vor Hunger und Durst stellt nicht nur sicher, dass ihr wohl genährt seid, er stellt auch sicher, dass euer Körper alles hat was er braucht um der Kälte entgegen zu wirken.

Zusätzlich kann es von Vorteil sein, ein paar Energieriegel, wie diese hier auf Amazon*, dabei zu haben. So könnt ihr eure Reserven relativ schnell wieder auffüllen. Sie sollten aber nur zusätzlich verzehrt werden, um den gesteigerten Energieverbrauch auszugleichen. Ihr solltet also trotzdem darauf achten normale Mahlzeiten in Kombination mit entsprechenden Pausenzeiten zu euch zu nehmen.

Alkohol vermeiden

Gerade auf Amateur Routen gerne praktiziert solltet ihr Alkohol aber auf Routen für fortgeschrittene mit entsprechenden Minustemperaturen meiden. Es mag zwar stimmen, dass Alkohol euch ein warmes Gefühl gibt. Das geschieht allerdings durch Betäubung, unter Betäubung funktioniert auch euer Körpereigener Kälteschutz nicht mehr optimal. Das Ergebnis ist, dass ihr Körperwärme verliert, ohne es zu merken.

Hinzu kommt, dass Alkohol ab einer gewissen Höhenlage auch wesentlich stärker auf euren Organismus wirkt als ihr es aus dem Tal gewohnt seid. So könnt ihr euch schnell bei der Menge verschätzen, die Folge wäre „benebelt“ auf einem Berg zu stehen. Hierbei sind Unfälle vorprogrammiert.

Realistisch bleiben

Bleibt sowohl bei der Planung als auch beim Wandern eurer Route realistisch. Es ist niemandem gedient, wenn ihr euch die längste und schwierigste Route aussucht und euch dann dabei verletzt. Genauso während ihr bereits beim Wandern seid. Wenn ihr merkt es geht nicht mehr und ihr nährt euch euren Reserven, überlegt lieber abzubrechen und es ein andermal erneut zu versuchen. Dann kennt ihr die Route auch schon zum Teil, wisst was euch erwartet und habt erste Erfahrungswerte vorzuweisen. So könnt ihr euch im zweiten Anlauf noch besser auf eure Tour vorbereiten.

Die richtigen Klamotten

Wenn ihr in kalten Temperaturzonen wandern, geht habt ihr euch mit unterschiedlichen Extremen zu kämpfen. Teilweise ist es so kalt, dass ihr alles tun müsst, was ihr könnt um euch gegen die Kälte zu schützen aber teilweise scheint auch die Sonne und in Kombination mit Bewegung beginnt ihr zu Schwitzen. Daher sollten die Klamotten so gewählt werden, dass sie beide Extreme abdeckt.

Hierzu bietet sich das Zwiebelprinzip an. Wenn ihr es nicht kennt, es bedeutet viele Lagen Klamotten übereinander anzuziehen. So könnt ihr je nach Bedarf Reißverschlüsse öffnen oder Klamotten aus- und anziehen, ohne euch gleich komplett umziehen zu müssen. Wie die einzelnen Schichten aussehen, kommt dabei natürlich ganz auf die zu erwartenden Wetterbedingungen an. Die Schichten wie nachfolgend aussehen, wir haben euch auf den einzelnen Produkten noch ein paar Beispiele verlinkt.

Abhängig von den Temperaturen die euch erwarten und denen die ihr dann tatsächlich antrefft könnt ihr die Schichten natürlich variieren. Unsere Aufstellung soll nur einen Anhaltspunkt liefern, wie ihr euch kleiden könnt.

Achtet bei der Wahl eurer Klamotten darauf, dass sie alle Stellen eures Körpers bedecken. Gerade bei Kalten Temperaturen und beim Thema Kälteschutz solltet ihr auf zu knappe Klamotten verzichten. Sollte eine Jacke oder ein Pulli an den Armen doch einmal zu kurz sein, könnt ihr euch mit Pulswärmern, wie diesen hier auf Amazon*, aushelfen.

Auch wenn es manchmal überflüssig wirkt, denkt unbedingt auch an eine Mütze. Ausziehen könnt ihr sie später immer noch aber mitten auf einem Berg ist es schwierig noch schnell eine zu kaufen. Am Kopf merkt man die Kälte häufig auch erst nicht, aber auch wenn es euch noch nicht so kalt vor kommt, verliert ihr über den Kopf bereits Körperwärme was ein späteres Frieren begünstigt.

Schlafen

Achtet immer darauf so warm wie möglich schlafen zu können. Wenn es euch zu warm wird, könnt ihr immer noch den ein oder anderen Reißverschluss öffnen oder eine Decke wegschieben. Wenn ihr aber beim Schlafen friert, droht Gefahr. Denn während ihr schlaft kriegt ihr nicht unbedingt mit ob Erfrierungen oder Unterkühlung auftreten. Je nach Temperaturzone in der ihr Wandern geht könnt ihr einen Winterschlafsack, wie diesen hier auf Amazon*, verwenden.

Zusätzlich solltet ihr, gerade beim Schlafen im Zelt auch auf eine zusätzliche Isolierung gegen den Boden achten lest dazu auch unsere Artikel Kälteschutz Zelten. Eine einfache Isoliermatte, wie diese hier auf Amazon*, kann schon wahre Wunder bewirken. Sie verhindert, dass kälte von unten in euren Schlafsack eindringt. Durch die leicht höher gelegene Position könnt ihr zusätzlich verhindern, dass Feuchtigkeit mit eurem Schlafsack in Kontakt kommt. Was auch wieder Wärme entziehen würde.

So oder so solltet ihr versuchen möglichst warm zu schlafen und wenn möglich auch möglichst warm in den Schlafsack zu klettern. Wärmt euch also vor dem Schlafen gehen nochmal richtig auf. Das geht durch Bewegung oder auch am Lagerfeuer, sofern ihr eines habt. Zusätzlich könnt ihr etwas Wasser erhitzen und euch damit eine Wärmflasche, wie diese hier auf Amazon*, machen und mit in den Schlafsack wärmen. So habt ihr zumindest für einen Teil der Nacht eine zusätzliche Wärmequelle.

Gefahren

Die größten Gefahren beim Wandern im Kalten und warum ihr überhaupt Kälteschutz beim Wandern betreibt, sind Erfrierungen und Unterkühlung. Diese können schlimmstenfalls zum Tod führen. Die meisten Gefahren lassen sich allerdings durch ausreichende Vorbereitung, Planung und realistische Erwartungen minimieren. Denkt immer daran, wenn ihr einmal zu weit geht und richtig Pech habt könnt ihr es kein zweites Mal probieren. Wenn ihr aber bewusst abbrecht, weil ihr merkt, dass eure Reserven erschöpft sind oder die Kälte euch zu sehr zu schaffen macht, könnt ihr es später erneut versuchen und seid dann durch eure Erfahrungswerte sogar noch besser vorbereitet. So werdet ihr z.B. wissen welches Equipment für euch gut funktioniert hat und welches ihr gerne austauschen wollt.

Erfrierungen

Erfrierungen sollten unbedingt vermieden werden. Das erreicht ihr durch die Wahl des richtigen Equipments. Euer Equipment sollte daher immer den zu erwartenden Wetterbedingungen angepasst sein. So könnt ihr Erfrierungen schon im Voraus vermeiden.

Erfrierungen treten in drei Stufen auf:

  • ersten Grades: Die Haut ist weiß, kalt, gefühl- und schmerzlos
  • zweiten Grades: Die Haut wirft Blasen, blaurote Haut
  • dritten Grades: Die Haut wird schwarz und hart

Erfrierungen ersten Grades können in den meisten Fällen durch Erwärmung wieder geheilt werden. Die Erwärmung ist zwar relativ schmerzhaft verhindert aber, dass eure Gliedmaßen amputiert werden müssen. Bei Erfrierungen zweiten und dritten gerades wird es schon gefährlicher, Erfrierungen zweiten Grades können innerhalb weniger Tage zu Erfrierungen dritten Grades übergehen was dazu führt, dass eure Gliedmaßen amputiert werden müssen. Geht daher kein Risiko ein, wenn ihr merkt euer Equipment passt nicht zu den gegebenen Wetterverhältnissen brecht eure Tour ab und geht, wenn bereits Erfrierungen ersten Gerades vorhanden sind direkt ins nächste Krankenhaus. Ihr könnt eure Gliedmaßen zwar selbst erwärmen aber die Ärzte in einem Krankenhaus haben ein ganz anderes Auge für den Schweregrad als ihr.

Unterkühlung

Unterkühlung bedeutet, dass euere Körpertemperatur drastisch absinkt. Erste Symptome können sein:

  • Muskelzittern
  • Schneller Puls
  • Schnelle Atmung
  • Schwindende Muskelkraft

Nehmt diese Symptome niemals auf die leichte Schulter. Unterkühlung ist eine der häufigsten Todesursachen bei Aktivitäten in kälteren Klimazonen. Auch hier gilt wieder, seid realistisch, wenn ihr die falsche Kleidung anhabt, oder unpassendes Equipment brecht die Tour ab. Lieber versucht ihr es später, besser vorbereitet noch einmal, als beim Versuch mit schlechter Ausrüstung durchzukommen zu erfrieren.

Kälteschutz Tipps und Tricks

Unter Kälteschutz Tipps und Tricks zeigen wir euch noch ein paar Tipps und Tricks, die euch dabei helfen, euch bestens vorzubereiten und gegen Kälte zu schützen.

Einfrieren von Getränken verhindern

Wenn Ihr Zucker in eure Getränke mischt, führt ihr eurem Körper nicht nur schnell abrufbare Energie zu. Ihr verhindert auch, dass eure Getränke bei kalten Temperaturen einfrieren. Auch Wasserfilter mit Filterpatronen können bei kalten Temperaturen schnell einfrieren und damit unbrauchbar werden. Achtet also darauf, dass ihr sie trocken lagert oder Ersatz dabeihabt. Gleiches gilt für den Einsatz von Camel-Bags, auch diese können schnell einfrieren und so unbrauchbar werden.

Klamotten trocknen wann immer möglich

Wann immer sich euch die Möglichkeit bietet eure Klamotten zu trocknen solltet ihr dies auch tun. Sei es am Lagerfeuer oder wenn ihr Glück habt und in einer Hütte mit Strom übernachtet auch mit dem Föhn. Es ist daher auch immer ratsam, vorausgesetzt Hütten mit Stromanschluss sind zu erwarten, einen Föhn mitzunehmen. Damit kriegt ihr nass gewordene Sachen im Handumdrehen wieder trocken.

Kochen

Wenn ihr die Wahl habt was für einen Kocher ihr mitnehmt, solltet ihr soweit möglich einen Benzinbetriebenen, wie diesen hier auf Amazon*, nehmen. Benzin verkraftet die kalten Temperaturen deutlich besser als die Alternativen.

Wenn ihr beim Wandern auch gerne und viel zeltet, schaut auch auf unserer Seite Kälteschutz Zelten vorbei.